REFORMATION ist kein MUSEUM. REFORMATION ist ein AUFTRAG.

Ruth Müller zum Reformationstag: „Wir brauchen den Mut, Dinge zu verändern – in Kirche und Gesellschaft“

Landshut. Was würde Martin Luther heute tun? Würde er seine Thesen an eine Kirchentür schlagen oder sie über soziale Medien verbreiten? Zum Reformationstag am 31. Oktober stellt die evangelische Landtagsabgeordnete und Landessynodalin Ruth Müller die Frage, was Reformation im 21. Jahrhundert bedeutet.

„Luther hat die technischen Möglichkeiten seiner Zeit genutzt, um Veränderungen anzustoßen. Der Buchdruck half dabei, seine Gedanken zu verbreiten und Menschen zum Nachdenken zu bringen. Heute haben wir Internet, soziale Medien und künstliche Intelligenz. Entscheidend ist aber nicht, was technisch möglich ist, sondern was wir damit für die Menschen erreichen“, so Müller.

Für die SPD-Politikerin bedeutet Reformation auch heute, Ungerechtigkeiten nicht einfach hinzunehmen, Machtstrukturen zu hinterfragen und Menschen mehr Beteiligung zu ermöglichen. „Wir müssen uns fragen, wie wir neue Technologien nutzen, um Menschen besser zu informieren, Demokratie zu stärken und denen eine Stimme zu geben, die sonst zu wenig gehört werden.“

Auch die Kirche müsse bereit sein, sich zu verändern. Als Mitglied der Landessynode setzt sich Müller dafür ein, Kirche stärker zu öffnen und neue Räume für Begegnung und gesellschaftliches Engagement zu schaffen. „Reformation bedeutet nicht, Traditionen über Bord zu werfen. Es bedeutet, sich immer wieder zu fragen, ob wir unserem Auftrag noch gerecht werden und die Menschen mit ihren Sorgen und Hoffnungen erreichen.“

Die Jahreslosung 2026 „Siehe, ich mache alles neu!“ (Offenbarung 21,5) sei dabei eine Ermutigung, Veränderungen nicht nur als Verlust, sondern auch als Chance zu begreifen.

„Wir müssen nicht auf den nächsten Luther warten. Jede und jeder von uns kann etwas verändern. Und manchmal beginnt das damit, heute einen Apfelbaum zu pflanzen, von dessen Früchten erst die nächste Generation profitieren wird“, so Müller.

Ruth Müller mit einer Playmobil-Luther-Figur.
Foto: Paul Thieme

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